Es lebe der Lesefluss!

«Nicolas Sarkozy geht es, nebst konkreten Ergebnissen, auch um die Inszenierung seiner selbst.» Dieser Satz stand so nicht im «Bund», denn der Blattmacher missbilligte ihn – zu Recht. Er fand, der Bezug von «nebst» erschliesse sich erst hinterher. Dagegen gibt es wahrscheinlich keine formelle Regel, aber es widerspricht dem Grundsatz, dass Zeitungstexte auf Anhieb und ohne Zurücklesen verständlich sein sollen.

Allerdings liegt hier kein gravierender Verstoss vor: Dass davon die Rede ist, worum es Sarkozy gehe, ahnt man schon nach «geht es», auch wenn das «um» erst später kommt. Bessere Varianten:

- «Sarkozy geht es nicht nur um konkrete Ergebnisse, sondern auch um ...» (So, etwas umständlich, stand es im Blatt.)

- «Sarkozy geht es auch um die Inszenierung seiner selbst, nebst konkreten Ergebnissen.» (Dann ist allerdings die «Pointe» vorweggenommen.)

- «Sarkozy beabsichtigt, nebst konkreten Ergebnissen...» (Damit ist das zusätzliche Problem gelöst, dass die andern Varianten mit einem nicht auf Anhieb erkennbaren Dativ beginnen.)

Unbeantwortet bleibt in allen Varianten die journalistische Gretchenfrage, woher wir denn wissen, worum es Sarkozy geht.

© Daniel Goldstein