Zahlensalate

«Für die ,Wahlzuckerl' müsste im Budget ein Überschuss von 25 Milliarden Euro vorhanden sein, tatsächlich gibt es ein Minus von 0,6 Prozent.» – Prozent wovon, wird nicht gesagt, und ohnehin vergliche man lieber Milliarden mit Milliarden.

«Ins Ausland reist er noch rund zwei Mal pro Jahr.» – Da gibts nichts zu runden: Er reist etwa zwei Mal.

«Die Zahl der Übernachtungen in Berner Hotels lag im Juni 2008 fast 13 Prozent unter dem Vorjahr.» – Man verstehts, aber sauberer, wenn auch etwas umständlicher, wäre: «...unter jener des Vorjahrs.» Auch dann könnte man noch reklamieren, weil einem nicht ausdrücklich gesagt wird, dass nicht das ganze Vorjahr, sondern der gleiche Monat gemeint ist. Aber so viel Mitdenken werden wir von unseren Lesern noch verlangen dürfen.

«In Schulen mit ,hohen Anforderungen' kommt die Hälfte der Neuntklässler aus dem obersten Viertel der sozialen Schichtung; deren zweites Viertel ist proportional vertreten, für die beiden unteren Viertel verbleiben 18 und 8 Prozent.» – Da war nun extrem viel Mitdenken verlangt; ein Leser hat das zu Recht beanstandet. Ich habe ihn dann mit folgendem Vorschlag befriedigt: «In Schulen mit ,hohen Anforderungen' kommen 50 Prozent der Neuntklässler aus dem obersten Viertel der sozialen Schichtung; der zweite ,Sozialviertel' ist proportional vertreten, auf die beiden unteren Viertel entfallen 18 und 8 Prozent der Schüler.» (Bezüge klarer, Brüche nur für Sozialschichten verwendet, Prozente nur für Schüler)

© Daniel Goldstein